Apollo-News – Es werde Licht, aber nur genau da unten rechts, wo wir es haben wollen

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Vor etwa drei Wochen bekam ich eine Mail von Apollo-News mit der Bitte um ein Interview. Ich musste kurz zucken, sagte dann aber zu, denn es kann ja nicht schaden, wenn auch da, wo sich Apollo-News verortet, mal etwas Vernunft in die wirtschaftspolitische Debatte kommt. 

Gesagt, getan, und sehr schnell hatte ich eine Antwort und einen Termin, am 12. Juni sollte das Interview mit Max Mannhart stattfinden. Es fand auch statt, aber schon während des etwa 40-minütigen Interviews merkte ich, dass Mannhart mehrfach geistig hart auf den Boden aufschlug. Zum Schluss fragte ich ihn noch, ob er geschockt sei, aber er meinte, man kenne meine Meinung und habe das erwarten müssen.

In Sachen Veröffentlichung des Interviews wollte man sich nicht festlegen, aber innerhalb einer Woche sollte es schon erscheinen. Nun sind drei Wochen vergangen und das Interview ist trotz mehrfacher Nachfragen meinerseits – vermutlich endgültig – in der Versenkung verschwunden. Zum ersten Mal in meinem langen Berufsleben ist eine für die Öffentlichkeit gedachte Meinungsäußerung meinerseits schlicht abhanden gekommen. Den wichtigsten inhaltlichen Aspekt des Interviews habe ich übrigens in diesem Artikel verarbeitet.

So ist das. Eine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung findet weder rechts noch in der Mitte noch links statt. Alle sitzen in ihrer kleinen Blase und sind zutiefst erschrocken, wenn jemand kommt, der die „Wahrheiten“ der Blase als reine Glaubenssätze entlarvt. Jeder nimmt für sich in Anspruch, über die Wahrheit zu verfügen und bezichtigt die andere Seite, ideologisch zu eng geschnürt zu sein. In Wirklichkeit sind sie alle gleich, weil sie nicht den Mumm aufbringen, in eine offene Diskussion einzusteigen, die das Risiko beinhaltet, das man selbst am Ende nicht mehr weiterweiß oder gar zugeben muss, dass man sich fundamental geirrt hat.