„Flassbeck war niemals Unternehmer“ – das ist wirklich lustig

Markus Langemann hat eine Erwiderung von mir zum Thema Argentinien wörtlich abgedruckt. Dafür mein Dank!

Aber die Art und Weise, wie er seinen Lesern erklärt, wer dieser komische Vogel ist, der es wagt, ihn zu kritisieren, das ist wirklich allererste Sahne. 

Erstes Argument: Flassbeck sei – im Gegensatz zu ihm – nie Unternehmer gewesen, sondern sein Leben lang ein vom Steuerzahler (das ist der, der schon morgens früh ab fünf Uhr schuftet) bezahlter Sesselfurzer (das ist nicht wörtlich, aber man hört es genauso heraus). Das stimmt! Das ist wirklich ein starkes Argument (ad hominem natürlich)!  

Zweites Argument: Flassbeck sei mitverantwortlich für die Schulden, die diese Bundesregierung gerade macht. Das ist fast noch lustiger, weil ich die Bundesregierung tatsächlich dafür kritisiere, viel zu wenige Schulden zu machen. 

Die ersten Kommentare unter dem Artikel haben es dankenswerterweise schon klargestellt: Wer Wirtschaft mit Unternehmertum und Betriebswirtschaft gleichsetzt, sollte zu wirtschaftlichen Fragen, die eine Volkswirtschaft betreffen, besser schweigen. 

Es ist leider genau andersherum. Wäre ich jemals Unternehmer gewesen, wäre ich wohl wirklich nicht in der Lage, eine ernsthafte volkswirtschaftliche Analyse vorzunehmen. Ich habe dem volkswirtschaftlichen Expertentum der Unternehmer kürzlich einen ganzen Artikel mit dem schönen Titel „Warum sind die Unternehmer nur so dumm“ gewidmet und will das hier nicht wiederholen.

Markus Langemann ist bekennender Konservativer. Das ist sein gutes Recht. Ich habe überhaupt nichts gegen Konservativismus. Ein Konservativismus aber, der sich in erster Linie daraus speist, volkswirtschaftliche Zusammenhänge misszuverstehen, der ist eine Lachnummer. Wer konservativ ohne jede Ahnung von Volkswirtschaft ist, bewegt sich auf dünnem Eis. Jede Äußerung über Schulden insbesondere, der eine volkswirtschaftliche Fundierung fehlt, wird schnell zum Rohrkrepierer, weil sie zeigt, dass man es mit einem Konservativismus zu tun hat, der keinerlei intellektuellen Boden unter den Füßen hat und folglich nicht einmal seinen eigenen Ansprüchen an das Konservative Genüge tun kann. Hier eine kleine Lektüre zu den „Schulden“, die jeder Konservative einmal durcharbeiten sollte, bevor er sich weiter konservativ nennt.