Es gibt eine Menge Leute, die fest daran glauben (wollen), dass meine Kritik am Statistischen Bundesamt überzogen ist, weil ich mich hauptsächlich auf die Indikatoren der Entwicklung im produzierenden Gewerbe (Bau und Industrie) stütze.
Hier hat sich bei der Auftragslage auch im Juli, für den die Zahlen heute erschienen sind (Originalabbildung des Bundesamts), nichts getan – außer, dass mal wieder Panzer bestellt wurden. Ohne Großaufträge bleibt die Industrie in der Talsohle (bei einem Indexwert unter 90). Was nichts anderes heißt, als dass es nirgendwo eine Einkommensdynamik gibt, die dazu führen würde, dass sich die Nachfrage in Deutschland nachhaltig erhöht.

Wenn der Aufschwung nicht von der Industrie kommt, vielleicht haben wir einen Dienstleistungsboom. Doch auch da ist Fehlanzeige. Heute hat das Amt einen wichtigen Indikator für den Dienstleistungsbereich veröffentlicht, nämlich die Umsatzentwicklung (Original-Abbildung).

Und siehe da, das Ergebnis ist: Nichts! Praktisch keine Bewegung nach oben bei der relevanten roten Kurve seit Anfang 2023. Viel bleibt jetzt nicht mehr, was die deutsche Volkswirtschaft aus der Talsohle führen könnte, oder bauen wir jetzt auf Landwirtschaft, Bergbau und Energieversorgung?
Leider hat das Bundesamt offenbar seinen vor einigen Jahren gefassten Plan wieder aufgegeben, einen Produktionsindex für die Gesamtwirtschaft zu entwickeln. Nur ein solcher Index, wenn er auf halbwegs seriösen Erhebungen beruhte, könnte aus der Falle herausführen, in die sich das Bundesamt immer wieder begibt.
Ansonsten kann man nur staunen, woher die Beamten im Bundesamt ebenso wie die professionellen Prognostiker in den Instituten ihre Hoffnung und ihre Aussage nehmen, Deutschland befinde sich in einem Aufschwung.