Heute morgen hat das Statistische Bundesamt Daten veröffentlich, die zeigen, dass alle Aufschwungshoffnungen tatsächlich nur Hoffnungen sind, aber nichts mit der gegenwärtigen Lage zu tun haben. Zum einen ist die Zahl der Erwerbstätigen im August weiter deutlich gefallen. Mit 29 000 Personen ist der Rückgang höher als in den meisten Monaten zuvor (Abbildung 1). Das ist sehr enttäuschend, weil viel schon darauf gesetzt hatten, es habe sich in den letzten beiden Monaten eine Trendwende abgezeichnet. Auch „Studien“, die ein Ende des Stellenabbaus prognostiziert hatten, erweisen sich zumindest als voreilig.
Abbildung 1

Auch die Zahl der Arbeitslosen hat um 1200 zugenommen und liegt jetzt (saisonbereinigt) klar über 3 Millionen. Die Zahl der offenen Stellen bewegt sich weitgehend stabil auf niedrigem Niveau.
Der zweite Indikator, der in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielt, aber dennoch enorm wichtig ist, ist der Einzelhandelsumsatz (Abbildung 2). Der Indikator liegt jetzt fast genau bei 100. Das war auch sein Ausgangswert im Jahr 2021.
Abbildung 2

Ohne einen schwungvollen Einzelhandel gibt es keine Erholung der Wirtschaft, zumal in einem Land, das aus einer hohen Außenhandelsabhängigkeit kommt. Auch diejenigen, die lauthals Lohnsenkungen fordern, sollten sich einmal überlegen, woher die Nachfrage in Deutschland kommt, wenn in der deutschen Industrie ein breiter Lohnsenkungsprozess angestoßen wird.
Wenn die Frau Müller auf Ungarn und Polen verweist und deren niedrige Lohnniveaus mit Deutschland vergleicht, soll sie mal der deutschen Öffentlichkeit erklären, wie man auf die Konsumniveaus dieser Länder zurückfällt, ohne die gesamte Wirtschaft zu zerstören. Übrigens hat Frau Müller Betriebswirtschaft studiert und war jahrelang die rechte Hand von Frau Merkel. Nix g’scheites gelernt und dann auch noch in der Merkel-Mühle, wo jedes ernsthafte ökonomische Argument systematisch zerrieben und dann weggewischt wurde.