Um zu verstehen, wie abwegig die Entscheidung der EZB ist, muss man sich nur die drei folgenden Graphiken anschauen, die den Zeitraum der beiden letzten Zinserhöhungen abdecken. Den Bildern liegen exakt die gleichen Daten zugrunde, nur die Darstellung ist jeweils anders (meine KI war so freundlich, diese drei Varianten – ohne jede Klage! – in kürzester Zeit und in nahezu perfekter Weise zu erstellen).
Im ersten Bild sind die Preissteigerungsraten und der Zins aufgetragen. Besonders auffällig ist, dass die Erzeugerpreise mit und ohne Energie im ersten Zyklus enorm gestiegen sind, bevor die EZB tätig wurde. Auch die Verbraucherpreise erreichten zehn Prozent Zuwachs. Diesmal gibt es nichts dergleichen. Die Erzeugerpreise ohne Energie (die grüne Kurve) sind seit Mitte 2023 fast überhaupt nicht gestiegen. Das zeigt, worauf ich einige Male hingewiesen habe, dass es einen enormen Wettbewerbsdruck in der Industrie im Inlandsgeschäft in ganz Europa gibt, der keine Überwälzung der Lohnerhöhungen zulässt.

Im zweiten Bild sind die Zinsen auf der rechten Achse aufgetragen, um ihre Bewegung besser hervorzuheben. Jetzt zeigt sich sehr deutlich, dass die EZB derzeit versucht, mit einer gewaltigen Keule ein Moskito zu erschlagen. Die Kollateralschäden werden enorm sein.

Im dritten Bild sind die gleichen Daten noch einmal als Index aufgeführt. Hier wird besonders klar, dass es derzeit keine Preisdynamik gibt, die mit der von vor vier Jahren vergleichbar wäre. Jetzt sieht man noch viel klarer, dass die Erzeugerpreise ohne Energie keinerlei Inflationäre Tendenz aufweisen. Im Gegenteil: Die absolute Stabilität in diesem für die wirtschaftliche Entwicklung entscheidenden Bereich deutet eher auf deflationäre Tendenzen als auf Inflation hin. Dass die EZB in ihren Analysen die Erzeugerpreise seit einigen Jahren systematisch ausblendet, zeigt, dass hier ein ideologischer Bias vorhanden ist, der mit Gewalt versucht, die Fehler der Vergangenheit zu vertuschen.
