Mit den Worten: „Es war schön! Vielleicht kommen wir wieder“, hat sich Makroskop gestern (vorläufig?) bei seinen Lesern verabschiedet.
Damit ist der Versuch, ein Medium zu schaffen, das vielen Menschen einen Zugang zu relevanter Ökonomik verschafft und im großen Fluss der Mainstreammedien wirtschaftlich mitschwimmen kann, vorerst gescheitert. Das ist sehr schade!
Die Gründungsidee von Makroskop war einfach: Es sollte doch möglich sein, fünf- bis zehntausend Menschen im deutschsprachigen Raum zu finden, die bereit sind, für den ernsthaften Versuch, eine ständige Alternative zum neoklassischen Mainstream und zu dessen einseitiger Politikberatung zu schaffen, in der Größenordnung von einhundert Euro pro Jahr zu bezahlen. Es war leider nicht möglich. Folglich hat Heinrich Röder, der Makroskop vor ein paar Jahren übernommen und einiges investiert hatte, aufgegeben.
Das für viele plötzliche Aus hat eine lange Vorgeschichte. Der Kampf um Abonnenten glich von Anfang an einer Sisyphus-Arbeit. Am Anfang kann man einige begeistern, aber mit der Zeit erwarten immer mehr, dass sie umsonst bekommen, was nun mal nicht umsonst zu haben ist, nämlich menschliche Arbeit.
Die große Täuschung des Internets, der die meisten Menschen leider unterliegen, heißt: Du bekommst an jeder Ecke alles, was du willst, umsonst. Ja, jeden Mist bekommt man umsonst, weil die Massen jeden Mist konsumieren und man folglich die Produktion dieses Mists mit Werbung (die selbstverständlich von den Massen, ohne dass sie es merken, bezahlt wird) bezahlen kann. Wer da nicht mitmacht, hat schon verloren, bevor er begonnen hat.
Dennoch sollte man die Flinte nicht vorschnell ins Korn werfen. Vielleicht muss man neue Formen der Kommunikation finden, die sich eher verkaufen lassen als das geschriebene Wort. Vielleicht muss man heutzutage, was alte schreibende Männer wie ich natürlich nicht nachvollziehen können, schneller, direkter und multimedialer kommunizieren? Wer gute Ideen hat, möge sich melden.
Ich für meinen Teil bleibe überwiegend beim geschriebenen Wort, obwohl auch ich merke, dass die direkte Ansprache per Video vielen Menschen entgegenkommt und viel positive Reaktion auslöst. Ich bin deshalb dabei, alle meine Angebote attraktive zu machen, indem ich meine eigene Seite neu und moderner zu gestalten. Auch das kostet normalerweise viel Geld, es sei denn, man findet einen Idealisten, der sich die neue Arbeit macht, um für die bisherige Arbeit zu danken. So einen Idealisten habe ich tatsächlich gefunden und hoffe, mit seiner Hilfe sehr bald die neue „Relevante Ökonomik“ vorstellen zu können. Doch dazu in einigen Wochen mehr.